Energieallee A31

Sie wird gehasst und sie wird geliebt – nüchtern betrachtet wird sie aber ganz einfach nur gebraucht: Die Autobahn hat in den letzten Jahrzehnten ihr Image mehrfach gewechselt. Für die einen ein Symbol veralteter Mobilität, das sich grau und tot durch die Natur schlängelt, für die anderen bedeutet sie Freiheit und ist wirtschaftliche Lebensgrundlage. Mal pulsierende Lebensader, aber oft auch nervenraubendes Blech-Stillleben im Feierabendverkehr. Wie Autobahnen, die als Umweltsünde angeprangert werden, aber zu einem Projekt für nachhaltige und regenerative Energie werden kann, zeigt die A31 in NRW.

Fluch und Segen

17,1 Prozent des deutschen Autobahnnetzes liegen in NRW. Mit einer durchschnittlichen Fahrleistung von täglich 61.000 Fahrzeugen, liegt die Verkehrsbelastung in NRW über dem Bundesdurchschnitt von 50.000 Fahrzeugen. Da wirkt die zweispurige A31, mit durchschnittlich 4.500 Fahrzeugen täglich, schon fast wenig befahren. Sie beginnt in Emden an der Nordseeküste und endet im Ruhrgebiet am Autobahndreieck Bottrop.

Den 100 km langen Abschnitt der A31 zwischen Bottrop und Schüttdorf, hat der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) zum bundesweiten Tag der Erneuerbaren Energien zur bundesweit ersten Bundesautobahn-Energieallee „umgetauft“.

Al·lee /Alleé/
Substantiv, feminin [die]
breite Straße, breiter Weg mit Bäumen zu beiden Seiten“

Wie bei der Allee im eigentlichen Sinne sind eine Vielzahl an Anlagen zur Nutzung erneuerbaren Energie entlang dieses Autobahnabschnitts entstanden. Damit auch die Produktion von CO₂-armer und umweltfreundlicher Energie. Im April 2022 waren es 135 Windenergieanlagen mit rund 280 Megawatt Leistung, sowie mindestens 12 große Solar- und Biogasanlagen. Die Anlagen befinden sich mit einem max. Abstand von 3 km links und rechts neben der Trasse. Zudem lassen sich immer mehr Firmen und Marktführer aus der Energiebranche unmittelbar in geografischer Nähe nieder.

Autobahnen als regionaler Katalysator für die Energiewende

Für das landwirtschaftlich geprägte Umfeld ist die direkte Anbindung an die A31 und die damit verbundenen kurzen Lieferketten ideal. Biomasseheizungen für Landwirtschaft und Industrie können mit lokal produzierten Hackschnitzeln aus Holzabfällen, Kronenhölzern oder Restholzverwertung beliefert werden. Silomais als nachwachsender Rohstoff für die Biogasanlagen wird auf den umliegenden Feldern angebaut und punktet mit geringem Wasserverbrauch und hohen Erträgen an trockener Biomasse. Das Errichten von Windkrafträdern stößt immer wieder auf Proteste aus der Bevölkerung. Die Anlagen zerstören das Landschaftsbild und der Turbinenlärm wird zur Belästigung, so die Gegenargumente.

Autobahnen als Chance nutzen

Warum die Windkraftanlagen dann nicht an Autobahntrassen bauen, wo bereits Eingriffe in die Natur vorgenommen wurden? Der Verkehrslärm übertönt den Windturbinenlärm und die bereits erschlossenen, aber zum großen Teil ungenutzten Flächen können sinnvoll und synergetisch für die Erzeugung von erneuerbarer Energie genutzt werden. Zudem könnte der hier produzierte Strom beispielsweise direkt in die Ladesäulen entlang der Autobahn fließen. Eine Konzentration der Anlagen entlang der Autobahnen wäre also auch für den Ausbau der E-Mobilität in NRW und Deutschland richtig und wichtig. Die bereits vorhandenen Autobahnen werden auf lange Sicht in Ihrer Form so auch nicht verschwinden. Geben wir Ihnen einen weiteren Mehrwert für die Gesellschaft mit und machen sie noch nutzbarer.

Energiewende ist Gemeinschaftsprojekt

Die Energiewende ist und bleibt ein Gemeinschaftsprojekt. Da passt es auch, dass sich bei dem freien Projekt „Energieallee A31“ viele verschiedene Akteure mit unterschiedlichen Systemlösungen beteiligen. Die Energieallee A31 ist ein beispielhaftes Projekt mit einer Vor-Ort-Energiegewinnung und dezentralen Strukturen, das die Rolle des Münsterlandes und NRW als Schaufensterregion des Energiewandels weiter verdeutlicht. Der Bau des dp-campus in unmittelbarer Nähe der Energieallee ist ein weiteres sinnvolles Puzzlestück, welches sich wunderbar regional einfügt.

Über das Campus-Projekt

Eingangsansicht des dp Campus - new energy and innovation

Auch für die nächsten Bauphasen sucht die döpik Group nachhaltige Baupartner. Für die einzelnen Baugewerke bietet sich so die ideale Chance an einem Referenzobjekt mit enormer Reichweite mitzuwirken. Für Unternehmen, die an den Ausschreibungen teilnehmen wollen, besteht hier die Möglichkeit sich zu registrieren:

Die Ausschreibungen